Volleyball: Zwei Punkte mit denen niemand gerechnet hatte

Foto: M. Dombrowski

Gegen kurz nach 21 Uhr am Samstagabend war die Sensation vollbracht, der Tabellenführer in der Herren-Oberliga aus Junkersdorf, der bislang über die ganze Saison nur einen Satz abgegeben hatte, war bezwungen in einem Krimi, der sich bis in den Tiebreak hingezogen hatte.

Bereits im ersten Satz zeigte sich, dass Bonn keine Probleme hatte, mit Junkersdorf mitzuhalten. Vor allem der Block um Enzensperger und Grün funktionierte wieder mal sehr gut. Auch das erstmalig seit Jahren in Bonn praktizierte Experiment mit zwei Liberos, Weiss in der Annahme und Prior in der Abwehr, bewährte sich.

Gegen Mitte des Satzes gelang es Bonn sogar, sich mit einigen Punkten abzusetzen. Dann zeigte Junkersdorf allerdings, warum man zur Zeit zurecht an der Tabellenspitze steht. Kleine Schwächen Bonns wurden knallhart ausgenutzt und der Satz noch mit 27:25 zugunsten Kölns gedreht.

Mit dem Rückenwind aus den letzten Wochen, ließ sich Bonn jedoch nicht aus der Ruhe bringen und drehte im zweiten Satz auf. 25:15 für Bonn, ein unerwartetes Ausrufezeichen auf der Anzeigetafel. Vor Beginn des dritten Satzes war Trainer Brügge gezwungen, den sehr guten Pascal Grün auszuwechseln, der nach einem unglücklichen Gesichtstreffer im Block mit Kreislaufproblemen und Sehstörungen ausfiel. Für ihn kam Schwarz ins Spiel. Der Einsatz des Franzosen dauerte jedoch nur wenige Ballwechsel, bevor er sich bei einer Blockaktion am Sprunggelenk verletzte. In dieser Situation machte sich der hochkarätige Kader bezahlt, der an diesem Tag sogar das erste Mal mit vier Mittelblockern besetzt war, sodass Brügge noch Dombrowski aufs Feld schicken konnte. In der turbulenten Anfangsphase konnte Köln sich zwischenzeitlich deutlich absetzen, bevor Bonn den Vorsprung immer weiter einschmolz. Der inzwischen ins Spiel gekommene Lucas Maron war sofort präsent und setzte Köln mit seiner Abschlaghöhe ordentlich zu. Dennoch ging der Satz mit 25:22 an Köln.

Im vierten Satz konnten die Zuschauer und Mitspieler mal wieder den unglaublichen Janusz Paruschke bestaunen. In den zwei Sätzen zuvor schon ordentlich am Pumpen und nur noch mangels Alternativen auf dem Feld, legte er nochmal richtig los. Mit Abwehraktionen, die eines Liberos würdig gewesen wären und Durchschlagskraft im Angriff brachte er den Satz 25:23 ins Trockene.

Im Tiebreak konnte sich lange Zeit kein Team absetzen. In der Endphase zeigte Köln aber plötzlich ungewohnte Unachtsamkeiten, sodass der Satz mit 18:16 an Bonn ging und Köln die erste Niederlage der Saison zu verzeichnen hatte.

Martin Dombrowski

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