Floorball: Sieg des Willens in Berlin

Foto: Ch. Döge

Alt schlägt neu im Duell der ehemaligen und aktuellen Bundeshauptstadt: Bonn hat in einem echten Floorball-Thriller gegen Berlin einen wichtigen 6:3-Sieg eingetütet.

Lange sah es für die Bonner in Berlin zappenduster aus. Gegen die Rockets sahen die Gäste in den ersten beiden Dritteln kein Land und gerieten mit 1:3 in Rückstand. Eine Wende war vor dem Schlussabschnitt nicht in Sicht: Torchancen waren Mangelware, lediglich Safak Temel traf nach Traumpass von Florian Weißkirchen zum zwischenzeitlichen 1:1.

Im letzten Drittel ging den Rockets aber der Treibstoff aus, auch weil Bonn angesichts des Rückstands gnadenlos Druck machte und den Gegner anlief: „Wir haben die Taktik umgestellt, wir mussten Druck machen, da wir hinten lagen. Wir haben extrem klug und gut gepresst, damit ist Berlin nicht klargekommen“, erklärt Weißkirchen den Umschwung. Tatsächlich eroberte Bonn immer häufiger den Ball und kreierte so deutlich mehr Möglichkeiten als zuvor. Eine davon nutzte Kapitän Lutz Ackermann, der nach schönem Querpass von Kai Willems auf 2:3 verkürzte. Als noch fünf Minuten auf der Uhr waren fasst Weißkirchen sich noch einmal ein Herz und drehte mit einem Doppelpack das Spiel. Bevor Nervosität aufkommen konnte, traf Safak Temel die Berliner in ihrer Aufholjagd mit einem Solo-Traumtor mitten ins Herz. Ein wirkliches Aufbäumen der Rockets kam nicht mehr zustande, obwohl sie den Keeper durch einen weiteren Feldspieler ersetzten. Stattdessen traf Weißkirchen ins leere Tor zum 6:3-Endstand. „Mit dem Endergebnis sehr zufrieden, aber nicht mit dem Spielverlauf an sich. Die ersten zwei Drittel haben wir unnötigerweise verloren. Im letzten Drittel haben wir dann alles umso besser gemacht“, so der Mann des Spiels.

Damit überwintern die Dragons mit 13 Punkten auf einem überraschend guten fünften Rang, der eine Play-Off-Teilnahme garantieren würde. Auf den siebten Platz, der die Abstiegsrunde bedeuten würde, sind es aber lediglich zwei Punkte Vorsprung. Angesichts der Prognosen vor der Saison ist der bisherige Auftritt der Dragons im Oberhaus nichtsdestotrotz sehr respektabel: „Mit der Platzierung und den Punkten bin ich sehr zufrieden. Ich wusste, dass wir das können, aber viele hätten das vor der Saison nicht gedacht. Aber ich weiß auch, dass bei uns noch mehr geht, als das was wir bisher gezeigt haben. Es ist eine gute Ausgangslage, aber da ist noch Luft nach oben“, blickt Weißkirchen in die Zukunft.

Weiter geht es am 11. Januar mit einem Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Chemnitz.

Johan Gallwitz

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